Musik Datenbanken (CDDB, FreeDB, MusicBrainz)

CDDB

CDDB ist die Abkürzung für Compact Disc Data Base, in der alle bekannten CDs gespeichert sind. Die originale Datenbank, auf der freedb basiert, heisst eigentlich CDDB. Das ist ist eine Datenbank, über die man Informationen zu einer CD über das Internet abrufen kann. Dieses geschieht über einen Klienten (ein Software-CD-Player oder ein Brennprogramm beispielsweise), welcher eine nahezu eindeutige Disc-ID zur eingelegten CD errechnet und dann die Datenbank nach Informationen zu eben dieser ID abfragt. Bei einem positiven Ergebnis (wenn also die Datenbank Eintrage zu der gewünschten CD besitzt) werden der Name des Kunstlers, der CD-Titel, eine Liste der Songs sowie weitere Informationen angezeigt.

Besonders hilfreich ist diese Datenbank, wenn man CDs als MP3 auf seinem Rechner speichern will. Hat man die Disk in das Rechnerlaufwerk gelegt und den Grabber / Ripper gestartet, dann erscheinen die Stücke lediglich als Files ohne Bezeichnung. Jetzt ist es natürlich eine ziemlich langwierige und vollig unsinnige Arbeit, per Hand jedes File umzubenennen. Hier kommt die Datenbank ins Spiel, falls eine Anbindung vom Programm vorgesehen ist. Man loggt sich ins Netz ein und drückt einfach auf die Schaltfläche "CDDB" und schon erkennt die Datenbank die CD, die ihr in das Laufwerk gelegt habt. Manchmal werden auch mehrere Interpreten zur Auswahl angeboten, falls die Datenbank sich nicht ganz sicher ist. Aber in den meisten Fällen ist das Ergebnis eindeutig und richtig. Ein Klick und alle Files werden richtig umbenannt.

FreeDB

FreeDB ist eine von der Netzgemeinde gepflegte Sammlung von CD-Information, wie CD-Titel, Interpret und Titelliste. Sie umfasst mehr als 500.000 CDs aus verschiedenen Genres, wie Rock, Blues, Klassik, etc. Die komplette Datenbank von freedb steht auch zum Download zur Verfügung, damit Sie nicht standig online sein müssen, um freedb zu nutzen.

Hintergrund:
Ti Kan (ti@amb.org) hatte seinerzeit die ursprungliche Idee, das Internet zu nutzen, um jedermann Gelegenheit zu geben, auf eine Datenbank mit CD-Informationen zuzugreifen. Sein Prototyp war die Basis für CDDB. Steve Scherf programmierte seinerzeit die CDDB-Server-Software. Ohne seine Anstrengungen gäbe es diese Site nicht.
Warum FreeDB?
Seit Escient (die "neuen Inhaber" von CDDB) die Lizenzpolitik in Bezug auf einen Zugriff auf die angebotene CD-Datenbank geändert hat, wurden immer wieder Beschwerden von Programmierer laut, dass die neuen Lizenzen Bedingungen enthalten, die schwer zu akzeptieren sind.

Dazu gehört, dass man, falls man mit CDDB zusammenarbeiten will, nicht gleichzeitig auch mit anderen CDDB-ähnlichen Datenbanken zusammenarbeiten darf. Ausserdem muss der Programmierer dafür Sorge tragen, dass während des Zugriffs auf die Escient-Datenbank das CDDB-Logo angezeigt wird. Diese versuchte Einflussnahme geht so weit, dass beispielsweise einem Programmierer gesagt wurde, dass er vom CDDB-Service ausgeschlossen wurde, wenn er sich weiterhin weigerte, seinem Software-CD-Player die Anzeige des fraglichen Logos beizubringen. Dabei handelte es sich um einen Konsolen-basierten Player, welcher keinerlei grafischen Output besitzt und für blinde Anwender gedacht ist.

Nachdem Escient den Gebrauch anderer Quellen als CDDB verbietet, kann man sich leicht ausrechnen, was als nächstes geschieht.

Seit Marz 2001 schliesst Gracenote (der neue Name der kommerzialisierten CDDB) ubrigens (fast) alle unlizensierten Anwendungen vom Zugriff auf die Datenbank aus. Neue Lizenzen für CDDB1 sind nicht mehr verfügbar, womit Programmierer offensichtlich zur Verwendung von CDDB2 gezwungen werden sollen.

In der Vergangenheit haben sehr viele Leute Escient gratis mit CD-Titelinformationen versorgt, da sie glaubten, einer Gemeinschaft zu helfen, die ihren Mitgliedern freien und kostenlosen Zugriff auf die gemeinsam gesammelten Informationen ermöglicht. Die ursprungliche Lizenz für die Server Software war daher auch die GPL (Gnu Public Licence für weitere Informationen über die GPL).

Immer die freie Wahl zu haben ist einer der Vorteile des Internets. Deshalb: freedb.org.

MusicBrainz

Musicbrainz ist ein Tool, dass anhand der Metadaten eines MP3 Tracks versucht, diese zu erkennen und zu taggen. Metadaten sind neben dem Namen des Kunstlers, der Songtitel und die Lange des Stuckes. Diese werden zusammen mit dem TRM (dem akustischen Fingerabrucks) zum Vergleich an den Musicbrainz-Server geschickt. In der Regel werden auch weniger verbreitete Alben zugig gefunden. Sollte einmal der Fall eintreten, dass ein Album unbekannt ist, kann dies per freedb.org-Import schnell geändert werden.

Durch das gemeinschaftliche Zusammenwirken vieler musicbrainz-Nutzer, wachsen die Einträge und die Chancen, sein Album richtig zu taggen, steigen.

Die neu eröffnete Webseite MusicBrainz will freie Informationen und Erkennungsmöglichkeiten für Musikstücke unter einer Open-Source-Lizenz zur Verfügung stellen.

MusicBrainz ist seit mehreren Jahren in Entwicklung und enthalt bereits die Daten von 55.000 Alben aller Stilrichtungen. Die Inhalte sind, soweit sie die Alben betreffen, Public Domain, da dies nach Angaben der Organisation Fakten sind und auf Fakten kein Copyright erhoben werden kann. Die restlichen Daten stehen unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 1.0 Lizenz, die die nichtkommerzielle Nutzung erlaubt, sofern die Autoren genannt werden.

MusicBrainz hat auch Software erstellt, die vielen vielleicht schon in Form der libmusicbrainz-Bibliothek begegnet ist. Daneben gibt es Programme namens Server und Tagger. Die Software steht unter der GPL bzw. LGPL. Der Tagger, derzeit nur unter Windows verfügbar, fügt einer Audio-Datei im MP3- oder Vorbis-Format automatisch die Metainformationen wie Kunstler, Titel usw. hinzu. Der Server ist die Datenbank (PostgreSQL) mit der MusicBrainz-Webapplikation. Auch die Daten stehen in gepackter Form zum Download bereit.

Das Projekt ist nicht gewinnorientiert und finanziert sich mit Hilfe von Sponsoren. Dies wird in einem Whitepaper naher ausgeführt. Was es bei MusicBrainz nicht gibt, sind Audiodateien. Auch Bewertungen von Kunstlern oder Alben ist noch nicht möglich, aber geplant. Ferner will MusicBrainz die Technologie der Musik-Klassifikation voranbringen. Dies unterscheidet das Projekt von ähnlichen, die entweder kommerzielle oder freie (FreeDB) Informationen über Alben bereitstellen.

Weblinks